Die wesentlichen Regelungen zum Mindestlohn seit 01.01.2015

Seit dem 1. Januar 2015 gilt in Deutschland ein gesetzlicher, branchenunabhängiger Mindestlohn von 8,50 € bis einschließlich Dezember 2016. Für die Zeit danach wird er neu fest gesetzt.
Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle in Deutschland tätigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über 18 Jahre. Für Langzeitarbeitslose kann in den ersten sechs Monaten der Beschäftigung vom Mindestlohn abgewichen werden.


Der Mindestlohn gilt auch für fest angestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse mit Stundenlohn und auch für Minijobber mit einem monatlichen Arbeitslohn bis 450,00 €.
Alle Arbeitgeber sind grundsätzlich verpflichtet, Ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern diesen Mindestlohn zu zahlen und dies unabhängig von der Form der Vergütung.

Mit dem Mindestlohngesetz wurden auch Regelungen zum Nachweis der täglichen Arbeitszeit für folgenden Arbeitnehmergruppen eingeführt:

  • Minijobber mit Ausnahme der Beschäftigungsverhältnisse in Privathaushalten

  • kurzfristig Beschäftige

  • Arbeitnehmer der im Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz genannten Branchen

Arbeitgeber, die im Betrieb oder im Privathaushalt einen Minijobber beschäftigen, sollten unbedingt prüfen, ob durch die Zahlung von 8,50 € pro Stunde an Mindestlohn die Minijobgrenze von 450 Euro pro Monat überschritten wird.
Betrug der Arbeitslohn im Jahr 2014 für 15 Stunden Arbeit in der Woche bei 7,00 € pro Stunde je nach Länge des Monats noch zwischen 420,00 € und 450,00 €, so überschreitet er mit dem neuen Stundenlohn von

8,50 € die Minijobgrenze von 450,00 e schon bei 52,90 Stunden im Monat. Im Jahresdurchschnitt darf die Stundenzahl also nicht 52,90 Stunden pro Monat liegen.

Übersteigt der Monatslohn 450,00 € geht aber der Minijobstatus verloren und für den Monatslohn müssen der Arbeitnehmeranteil an Sozialbeiträge beim Arbeitnehmer einbehalten und der reguläre Arbeitgeberanteil oben drauf gerechnet werden, was im Einzelfall sogar günstiger für ihn sein kann als die Minijob-Regelung. Zusätzlich sind eventuell noch Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer beim Arbeitnehmer einzubehalten. Statt der 2 Prozent Pauschalsteuer, die beim Minijob der Arbeitgeber trägt, wird dann beim Arbeitnehmer Lohnsteuer nach dem normalen Steuertarif abgezogen. Allerdings entstehen bei einem Ledigen grundsätzlich erst ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von rund 950 Euro Steuern, wenn er keine weiteren Einnahmen hat, z. B. aus einer Rente oder aus Vermietung und Verpachtung.

 

Diese Vorgaben sollten Sie beachten, da die Einhaltung des Mindestlohns von der Zollverwaltung kontrolliert werden soll und Verstöße mit hohen Geldbußen geahndet werden können.

 

Einen Vordruck zum Nachweis der täglichen Arbeitszeit finden Sie hier: Mindestlohnnachweis 

 

 Weitere Informationen finden Sie hier: http://www.der-mindestlohn-gilt.de/ml/DE/Startseite/start.html