Betriebsausgaben ohne Einnahmen steuerlich geltend  machen

Gerade wenn man sich neu eine Einkommensquelle erschließt, kann es zu Unsicherheiten über die steuerliche Behandlung kommen. So ist das sicher auch bei den Einkünften aus schriftstellerischer Tätigkeit.

Wenn ihr denkt, dass ihr eure Kosten für die Autorentätigkeit noch nicht bei der Einkommensteuererklärung geltend machen könnt, weil ihr noch keine Honorare erzielt habt, liegt ihr falsch. Auch wenn euch noch keine Honorare ausgezahlt oder auf euren Autorenkonten bei Amazon oder bei anderen Providern gutgeschrieben worden sind, könnt ihr alle Kosten, die mit der Autorentätigkeit zusammenhängen, in eurer Einkommensteuererklärung steuermindernd ansetzen. Dann ergibt sich ein steuerlicher Verlust, der mit euren positiven Einkünften  verrechnet wird und zu einer Steuerminderung führt.
Solche Kosten sind zum Beispiel die Providerkosten für eine Autorenhomepage bei Jimdo, wenn ihr die Pro-Version gewählt habt, Internetkosten, Abschreibungen eures Computers und ähnliche Kosten. Ich will hier aber nicht weiter auf die absetzbaren Kosten eingehen,. Das mache ich bei anderer Gelegenheit. Dieser Beitrag soll nur ein Hinweis dafür geben, wie ihr ohne Honorareinnahmen eure Kosten geltend machen könnt.

Sie sind vorweg genommene Betriebsausgaben. Was bedeutet das? Ein Schriftsteller ist grundsätzlich freiberuflich tätig. Das ist für Indie-Autoren noch umstritten. Es gibt Stimmen, die sagen, dass wir gewerblich tätig sind. Doch dazu will ich hier nichts sagen, das tue ich in einem späteren Beitrag.

Ob nun gewerblich tätig oder freiberuflich in beiden Fällen stellen unsere Kosten Betriebsausgaben dar. Wenn nun solche Kosten entstehen, bevor Bücher verkauft worden sind und wir Honorare verdient haben, sind diese Kosten vorweg genommene Betriebsausgaben.

Diese entstehen schon dann, wenn man sich daran macht, ein Buch oder auch ein E-Book zu schreiben. Solche Kosten können schon entstehen, lange bevor das Buch auf einen Portal wie Amazon oder XINXII oder einem der anderen Onlineportale eingestellt wird.
Die Frage ist, ob diese Kosten schon steuerlich geltend gemacht werden können, obwohl das Buch in dem Jahr, in dem die Kosten entstanden sind, noch gar nicht auf dem Markt angeboten wird.

 

Wenn man mit dem Ansatz der Kosten in der Einkommensteuererklärung wartet bis das Buch auf dem Markt erscheint oder in eines der genannten Portale eingestellt ist, gehen sie für steuerliche Zwecke verloren. Das Einkommensteuerrecht besteuert nämlich die Einkünfte jahresweise und nicht Objekt bezogenen. Dies bedeutet, dass Kosten nur in den Kalenderjahr steuerlich abgesetzt werden können, indem sie auch entstanden sind, d.h. bezahlt worden sind. Eine Ausnahme stellt hier lediglich die Abschreibung dar, auf die ich hier aber nicht eingehen möchte. Das bedeutet weiter, dass die steuerliche Geltendmachung von Ausgaben nicht davon abhängig ist, dass für das ins Auge gefasste Buch bereits Honorare erzielt werden. Ausschlag gebend ist nur der Zeitpunkt der Zahlung und die Entstehung im Zusammenhang mit der schriftstellerischen Tätigkeit.

 

Es ist entscheidend, dass ihr Einkünfte aus der Tätigkeit erzielen wollt. Deshalb muss dem Finanzamt die sogenannte Einkünfteerzielungsabsicht nach gewiesen werden. Dann können auch Kosten, die für die im Vorfeld der Erstellung des Buches entstehen, bereits vor dessen Erscheinen steuerlich geltend gemacht werden.

 

Wie kann nun dem Finanzamt die Einkünfteerzielungsabsicht nachgewiesen werden? Das ist gar nicht so schwierig. Wenn ihr schon eine Autorenhomepage in Vorbereitung oder online habt, dann kann man einfach den Link dahin an das Finanzamt schicken zur Dokumentation, dass ihr als Autor aktiv seid. Oder wenn ihr zum Beispiel auf einem Blog schon etwas zu eurem Thema eingestellt und auf die Absicht, ein Buch dazu zu schreiben, hingewiesen habt, kann man den Link auch zum Finanzamt schicken.

 

Als Autor hat man zahlreiche weitere Möglichkeit im Internet auf seine Aktivität hinzuweisen, was immer als Nachweis für die Einkünfteerzielungsabsicht gegenüber dem Finanzamt verwendet werden kann.

 

Eventuell reicht es auch aus, wenn ihr dem Finanzamt nachweist, dass ihr euch bereits Literatur gekauft habt mit einer Anleitung wie man ein Kindlebuch eingestellt, oder wie Bücher bei XINXII formatiert und veröffentlicht werden.

 

Am besten ist es natürlich, wenn das Entstehen der ersten Kosten und die ersten Honorareinnahmen im gleichen Jahr zusammenfallen. Auch wenn sich dann noch ein steuerlicher Verlust bei der Gewinnermittlung ergibt, kann dieser in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

 

Falls ihr aber schon einen kleinen Gewinn gemacht habt, der entweder 410 € nicht übersteigt